September und Oktober 2026
Das Thema »Wohnen« hat Hochkonjunktur, nicht nur in den Medien und nicht erst, seit es in vielen Städten und Gemeinden Demonstrationen für mehr bezahlbaren Wohnraum gibt. Viele Gründe sprechen dafür, sich für alternative Wohnformen zu interessieren bzw. alternative Wohnformen zu schaffen. Junge Familien, Alleinerziehende, Studierende und immer mehr ältere Menschen setzen große Hoffnungen auf ein neues Miteinander und liebäugeln mit der Gründung von Wohnprojekten.
Die Praxis zeigt, dass dieses Vorhaben nicht nur Chancen eröffnet, sondern auch große Herausforderungen an die Beteiligten stellt. Für alle, die sich im Vorfeld schlau machen wollen, hat die Wohnschule ein kleines Einstiegsprogramm und auch eine Art »Werkzeugkoffer für die Gründungsphase von Wohnprojekten« zusammengestellt.
Das Einstiegsprogramm besteht aus vier Modulen. Es bietet den Teilnehmenden Impulse zur vertiefenden Auseinandersetzung mit persönlichen Beweggründen sowie Hilfen bei der Entscheidungsfindung, beleuchtet Dynamiken in Gruppen und zeigt Etappen auf dem beschwerlich-schönen Weg zum Traumprojekt auf.
Der Führerschein für Wohnprojekte eignet sich auch für den Einstieg in das Thema »Gemeinschaftliches Wohnen im Bestand«. Wie beim Auto-Führerschein gilt es, das Gelernte in der Praxis zu erproben. Es besteht die Möglichkeit, in einer begleiteten Projektgruppe konkrete Schritte für einzelne Teilnehmende oder Gruppen zu planen und umzusetzen.
Samstag, 19. September 2026, 11 – 15 Uhr
Modul 1: Motivation
Aus welchen Beweggründen plane ich das Zusammenwohnen mit anderen? Welche Erwartungen stelle ich an das Zusammenleben? Welche Erfahrungen bringe ich mit? Welche Fragen muss ich mir überhaupt im Vorfeld der Entscheidung stellen? Habe ich mich schon ausreichend über Alternativen informiert? Wenn ich mich für ein Wohnprojekt entscheide, habe ich die Chancen, Risiken und Nebenwirkungen genügend in den Blick genommen? Passt das Vorhaben überhaupt zu meiner Lebensplanung? Wieviel Zeit und Engagement kann und will ich in das Vorhaben investieren? Brauche ich einen Plan B?
Sonntag, 20. September 2026, 11 – 15 Uhr
Modul 2: Entscheidung
Wovon muss ich mich verabschieden, wenn ich in ein Wohnprojekt einziehe? Was wird mir fehlen? Wen muss ich in meine Entscheidungsfindung mit einbeziehen? Wie wird meine Familie, mein Freundeskreis auf meine Entscheidung reagieren? Was ist zu klären? Was muss – mit Blick auf meine persönliche Lebenssituation – mitgedacht werden? Bin ich bereit, Kompromisse einzugehen? Wie halte ich es mit Nähe und Distanz?
Samstag, 10. Oktober 2026, 11 – 15 Uhr
Modul 3: Gruppe
Wie findet sich eine Projektgruppe zusammen? Wer steuert den Prozess? Mit welchen Dynamiken ist zu rechnen? Was hält eine Gruppe zusammen? Wie viel Verantwortung kann und will ich übernehmen? Was kann ich zum Gelingen des Prozesses beitragen? Welche Unterstützung brauche ich/braucht eine Gruppe in den verschiedenen Projektphasen?
Sonntag, 11. Oktober 2026, 11 – 15 Uhr
Modul 4: Strategie
Wie finde ich die passenden Mitstreiter*innen? Gibt es Projekte, an die ich andocken kann? Worauf muss ich gefasst sein? Was kommt auf mich/ was kommt auf die Gruppe zu: rechtlich, finanziell, organisatorisch? Was ist ganz konkret zu regeln, bevor man auf einen Bauträger zugeht? Welche Erwartungen stellen Architektinnen, Geldgeber*innen und Kooperationspartner*innen an ein Wohnprojekt?
Braucht man eine Rückzugsstrategie?
Die Module können einzeln belegt werden. Teilnehmende, die alle vier Module des Einstiegprogramms und ein Praxismodul absolviert haben, erhalten den »Führerschein für Wohnprojekte«.
Führerschein für Wohnprojekte
Ort:
Zentralbibliothek im KAP1
Konrad-Adenauer-Platz 1
Kosten:
50,- Euro
Leitung:
Ralf Janowski (Unternehmensberater),
Karin Nell (Coach)
Information und Anmeldung:
info@wohnschule-duesseldorf.de